Dienstag, 10. Januar 2017

#TAG 2 Aussortieren und "Ausmisten" / Decluttering

Ich weiß gar nicht, wo ich zu schreiben anfangen soll, weil sich gerade so viel bei mir tut ;-) Hmm. Jeden Tag kleine neue Erfahrungen, jeden Tag ein paar neue Informationen. Jeden Tag ein bisschen weniger Sachen.

Letzteres ist ein Thema, was mich gerade sehr beschäftigt, daher denke ich, dass ich darüber heute schreiben werde. Es geht um das Aussortieren, das "Ausmisten" (ein nettes Wort) von Dingen. Mir ist schon seit längerem bewusst, dass ich einfach zu viel habe, zu viele Sachen besitze. Oder besitzen die Dinge mich? Woher kommen all die Sachen? Das frage ich mich oft, auch wenn ich die Antwort eigentlich kenne. Ich habe zu viel angesammelt und kaum etwas weggegeben. Ich mag schöne Dinge einfach zu sehr. Und es gibt auch so verflixt viel schöne Sachen. Ich liebe schöne Muster und Farben, Papiere, Stoffe. Ich liebe schöne Materialien, glatte Keramik, Getöpfertes, Holz, Steine und so weiter und so fort. Ich hatte und habe viele Interessen und Ideen. Und, was mir heute peinlich ist und mich auch überlastet und überfordert, ich habe immer wieder Neues gekauft, hier ein bisschen, da ein bisschen. In all den Jahren ist einiges zusammen gekommen.

Und nun geht es andersrum. Ich verkaufe, gebe weg, verschenke. Seit 1,5 Jahren bin ich mal mehr, mal weniger damit beschäftigt. Zuletzt habe ich gedacht, ich bin bald an dem Punkt, an dem ich damit "fertig" bin, aber nun geht es in die nächste Runde. Ich hinterfrage fast alle Teile, die ich besitze. Und immer wieder finde ich etwas, das aussortiert werden kann. Was braucht man wirklich? Wie viel braucht man wirklich?

Motivation und Impulse habe ich auch da von Bea Johnson sowie von anderen Zero-Wastlern und Minimalisten erhalten. Beispielsweise fand ich den Gedanken gut, dass man die Ressourcen wieder dem Kreislauf zuführt, so dass sie jemand anderes verwenden kann. Das hat für mich viel Sinn gemacht. Küchenutensilien, Geschirr, Bastelmaterial, Bücher, Kleidung. Auch veraltete Papierdokumente habe ich bei der Gelegenheit stapelweise und stundenlang aussortiert und ins Altpapier gegeben. Kürzlich war es soweit und wir hatten vier hohe Billy-Regale übrig. Leer. Ich habe kurzerhand ein Foto gemacht, in Ebay-Kleinanzeigen gestellt und zwei Tage später wurden sie abgeholt.

Bea Johnson stellt infrage, warum man x Kugelschreiber und Stifte braucht, wenn es doch ein Füller tut. Ja, warum eigentlich? Das hört sich radikal an :-) aber für mich klingt es superlogisch. Für mich macht bewusst ein Füller Sinn, denn man braucht nur einen, mit dem man üblicherweise eine sehr sehr lange Zeit, im besten Fall ewig schreiben kann (und mittels Tintenkonverter die Tinte aufziehen, statt Patronen). All die Wegwerfplastikkullis und -stifte bekommen für mich nun eine ganz andere Bedeutung. Als Schülerin habe ich jahrelang einen Füller mit Konverter gehabt, und mir beim Aufziehen immer sämtliche Finger blau angemalt. Und dahin soll es nun auch wieder zurückgehen.

Wohin verkaufe und gebe ich meine aussortieren Sachen? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Diejenigen, die ich genutzt habe, zähle ich hier auf:
- eBay Kleinanzeigen: Ich habe die App auf dem Handy, kann jederzeit Fotos machen und recht schnell Produkte einstellen. Selbstabholung oder Versand.
- eBay: Habe ich früher genutzt, zuletzt nicht mehr.
- (Örtliche) Flohmarkt-Gruppen in Facebook: Ebenfalls zum Sachen einstellen.
- Trödelladen vor Ort: Wir haben einen Trödelladen vor Ort, bei dem man Sachen abgeben kann (Geschirr, Bücher etc.).
- örtliche Bücherei: Die örtliche Bücherei bei uns nimmt Bücherspenden entgegen.
- Momox.de: Bücher, CDs, Playstationspiele etc. (aber auch Markenkleidung) werden von momox.de angekauft. Ich habe die App auf dem Handy, kann jederzeit mittels Barcodescanner Bücher abscannen und sehe gleich, welchen Betrag ich dafür noch erhalte.
- Rumänienhilfe: Bei uns gibt es örtlich eine Organisation, die ein Dorf in Rumänien unterstützt und dafür Sachgegenstände sammelt.
- andere Organisationen (Kolping, Kinderheime, Flüchtlingshilfen etc.)
- Altkleider-Sack: Für alte Kleidung und Schuhe. Nachdenkenswert ist, dass die Kleidung im Altkleidersack (möglicherweise je nach Organisation unterschiedlich) verschiedenen Zwecken dienen kann, so wird eventuell ein Großteil davon weiterverkauft. Für richtig gut erhaltene Kleidungsstücke könnte man Stellen vor Ort finden, die sie an Bedürftige weitergeben (Kleiderkammern) oder Second Hand vor Ort günstig anbieten.
- Kleiderkreisel.de: Ich habe bei Kleiderkreisel selbst noch nichts verkauft, aber gekauft.
- Schwarzes Brett in Supermärkten, Kindergarten etc.: mittels Aushängen (Telefonnummer) kann man dort Sachen anbieten (oder auch suchen)
- Goldankauf-Läden: Zum Verkaufen von Schmuck und Münzen. (Gold, Silber, Bernstein...)
- Briefmarkenankauf: Dies habe ich noch nicht genutzt, aber will es nutzen.
- Kindergarten: Können mitunter mal Bastelmaterialien (Tonkarton) gebrauchen
- Verschenken: An Freunde, Familie, Arbeitskollegen, Bekannte. Wer etwas gebrauchen kann :-)

Es gibt, wie gesagt, noch weitere Möglichkeiten, je nach Ort oder Stadt, in der man lebt. In größeren Städten gibt es beispielsweise Sozialkaufhäuser und Umsonstläden. Oder man kann auf Flohmärkte gehen. Möbel werden bisweilen auch von der Gemeinde oder vom Landkreis im Rahmen sozialer Projekte abgeholt.

Im Laufe der letzten Monate und Jahre habe ich so hunderte und tausende kleinere und größere Teile aussortiert und weitergegeben. Bei all dem möchte ich dazusagen, dass ich ziemlich gemischte Gefühle bei dem Ganzen habe. Nicht, was das Weggeben betrifft. Damit habe ich zunächst kein Problem, aber die Menge der Sachen, die ich besessen habe (auch wenn es vermutlich ein ganz normaler Durchschnittshaushalt ist?) schockiert mich fast ein bisschen, und ist mir peinlich. So viele Menschen müssen mit so viel weniger auskommen. Meine Probleme dahingehend sind wirkliche "Luxus-Probleme", das ist mir sehr sehr bewusst. Aber es hilft nichts, ich muss da jetzt durch und eines nach dem anderen "anpacken". Jeder Schrank wird geöffnet, jede Schublade durchgegangen, jedes Regal geprüft. 

Diese drei Pakete gehen morgen zum Versand. Den Altkleidersack habe ich ebenfalls heute gefüllt.


EN It's just the second day and I'm running out of time so much! :-) I won't be able to write the English part right away but tomorrow. PS: It's been about decluttering today.

Liste / list:

# TAG 1: Buchempfehlungen / Book recommendations
# TAG 2: Aussortieren und "Ausmisten" / Decluttering

Kommentare:

  1. Ausmisten ist toll. Ich mache das gern, auch wenn momentan mir die Kraft dafür fehlt. Ich bin nach unserem Hausbau in so eine Art "Wochenbettdepression" :) Aber es wird wieder... Schon beim Lesen deines Artikels bin ich im Kopf die Kisten auf dem Dachboden durchgegangen und festgestellt, dass einiges davon weitergegeben werden kann :)
    Viele Grüße und viel Spaß beim ausräumen!

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    1. Hi :-) Das kann ich verstehen, nach dem Hausbau haben wir auch erstmal eine Pause gebraucht, ein Jahr! Das ist einfach so. Nimm dir die Zeit und Ruhe, die du brauchst.
      Viele Grüße!

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  2. Ach Doris, genau genommen ist das mit dem Ausmisten und Weggeben bei mir ein ständiger Prozess. Ich schleppe nämlich als leidenschaftliche Flohmarktgängerin gerne wieder neues altes Zeugs heran. Dann aber nach dem Prinzip, das es im Haus eine Funktion zu erfüllen hat. So wurden die Plastikkochlöffel zum Gebrauchtwarenladen gegeben, als schöne Holzkochlöffel einzogen. Die großen Fleischmesser habe ich bei ebay verkauft, wir essen kein Fleisch mehr. Am Liebsten gebe ich Dinge in die Ebay-Kleinanzeigen, wenn sie sperriger sind und ich sie verschenken möchte. Es ist eine Freude zu sehen, wie jemand anderes sich über das hier ausrangierte Stück freuen kann.
    LG von Karen

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    1. Hallo Karen, wenn nur alle meine Sachen im Haus eine Funktion erfüllen würden. Ich hatte so vieles besessen, das ich nicht verwendet habe. Ja, es ist dann wirklich schön, wenn man sieht, dass jemand anderes sich darüber freut und es gebrauchen kann.

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  3. Ausmisten ist auch hier gerade Programm. Wir sortierten gerade warme Kleidung aus und geben sie an die Berliner Kältehilfe weiter. 2 Säcke voll sind schon weg, der dritte in Arbeit...
    Viele Grüße
    Marle

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Danke für Deine Nachricht.

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